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Veröffentlicht am: 08.08.12

Inselspaß mit Zelt und Wasserspielen

TSV Midlum veranstaltet seit 40 Jahren Sommerlager auf Neuwerk – PlĂ€tze immer sofort ausgebucht – Kochen wie im Steinzeitalter

Midlum/Neuwerk. Schon am FĂ€hranleger der Watteninsel Neuwerk kann man das bunte Zeltlager vor dem markanten Neuwerker Leuchtturm erkennen. 82 Wurster Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren verleben hier eine tolle Zeit. 20 Betreuer sorgen dafĂŒr, dass die Rasselbande glĂŒcklich und zufrieden ihre Ferien genießen kann.

Das Zeltlager des TSV Midlum, vor 40 Jahren ins Leben gerufen, ist eine Institution. Rund 2500 Kinder aus Midlum und dem ĂŒbrigen Land Wursten haben seitdem die große Freiheit auf der kleinen Insel fĂŒr sich entdeckt. Die 80 PlĂ€tze seien jedes Mal in kĂŒrzester Zeit ausgebucht, betont Manfred Hinners aus Midlum als Organisator, Lagerleiter und Mann der ersten Stunde.

Seit einigen Jahren ist das Ferienlager auf Neuwerk auch Programm im Wurster Ferienpass des Samtgemeindejugendrings. Bereits Tage vorher wird der extra angeschaffte und umgerĂŒstete KĂŒchenwagen, der GepĂ€ck- und der Proviantwagen per Trecker ĂŒber das Watt zur Insel gezogen. Das sei schon Routine und wĂŒrde aufgrund vieler Helfer fast von allein gehen, sagt Hinners. Ein Vorab-Tross sorgte dann dafĂŒr, dass die 57 Zelte sturmsicher aufgebaut waren, als am Montagmorgen die Kinder nach der Wattwanderung zur Insel mĂŒde und aufgeregt ihre UnterkĂŒnfte bezogen. „Im Laufe der Jahre ist die Organisation natĂŒrlich immer professioneller geworden“, erlĂ€uterte Hinners. Aber ohne die ZuschĂŒsse des TSV Midlum, der Sportjugend im Landkreis Cuxhaven, des Samtgemeinde- sowie der Kreisjugendrings und der Gemeinde Midlum wĂ€re das Zeltlager in diesem Umfang nicht durchfĂŒhrbar.

Der kleine Inselcampingplatz gleich in der NĂ€he des Badestrandes ist fest in Wurster Kinderhand. Abenteuerliche Spielstationen, Ballspielfelder und natĂŒrlich das große Gemeinschaftszelt beherrschten das bunte Treiben. „Am ersten Tag unternehmen wir immer einen gemeinsamen Rundgang ĂŒber die Insel und schauen uns alles an“, erlĂ€uterte Hinners.

Bereits seit 37 Jahren sorgt Hannelore Strehle jedes Jahr wieder fĂŒr die Zusammensetzung des Speiseplans. „NatĂŒrlich weiß ich mittlerweile aus Erfahrung, was am liebsten gegessen wird“, erklĂ€rte sie. Morgens gab es Kakao oder Tee und dazu belegte Brote oder MĂŒsli mit Milch. „FrĂŒhstĂŒck bieten wir von 7 bis etwa 10 Uhr an“, so Hinners. Auf diese Weise kĂ€men LangschlĂ€fer und FrĂŒhaufsteher gleichermaßen zu ihrem Recht und es gĂ€be kein GedrĂ€nge. Und zum Mittagessen kĂ€men natĂŒrlich Spaghetti mit Hackfleischsoße, HĂ€hnchenschnitzel mit GemĂŒse und PĂŒree oder auch Hamburger besonders gut an.

„Chefanimator“ Harald Lipinzki aus Nordholz ruft die Kinder zum Bogenschießplatz. Unter seiner Aufsicht hatten die Kinder hier die Möglichkeit, wie die Steinzeitmenschen mit Pfeil und Bogen zu zielen. Gleich nebenan gab es dann eine Feuerstelle, wo nach Steinzeitrezept aus Mehl, Körnern und Wasser Brotteig geknetet wurde. Im Schweiße ihres Angesichts sorgten die beiden Betreuerinnen Doris Kröger und Silke MĂŒller dafĂŒr, dass das Feuer unter den heißen Steinen nicht ausgeht und ausreichend „Mammutfett“ die Spiegeleier und Fladenbrote nicht anbacken lĂ€sst. Unglaublich, wie lecker das einfache Essen den Kindern schmeckt.

Rezept gegen Heimweh

Bei herrlich warmem Sommerwetter waren natĂŒrlich Wasserspiele aller Art der Hit. Entsprechend mĂŒde war die Rasselbande abends dann auch. „SpĂ€testens um 22 Uhr konnten wir Erwachsenen die Ruhe im Lager genießen“, erzĂ€hlte Hinners. Das hĂ€tte diesmal wirklich gut geklappt. Und auch das Heimweh hielt sich in Grenzen. Nur zwei Jungen vermissten zwischendurch ein bisschen die Eltern. „Die beiden habe ich gleich zur Seite genommen und sie zu meinen rechten HĂ€nden gemacht“, erzĂ€hlt Manfred Hinners lachend. Und dann sei das Heimweh bei den beiden sofort verflogen. (ul)


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