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Veröffentlicht am: 26.01.17

Mikrobläschen helfen bei Diagnose

Kontrastmittel-Sonografie: St.-Bernhard-Hospital bietet als einzige Einrichtung im Landkreis diese Ultraschalluntersuchung an

Von Gabriele Gohritz

Brake. Es sind Mikrobläschen, die mit dem Blutstrom transportiert werden und im Ultraschall besonders gut reflektieren. Und das ganz ohne Strahlung. Kontrastmittel-Sonografie nennt sich diese Form der Ultraschalluntersuchung, die speziell bei Veränderungen der Leber angewandt wird und es ermöglicht, gute und bösartige Tumore zu unterscheiden. Das St.-Bernhard-Hospital bietet diese Untersuchung an – und hat damit ein Alleinstellungsmerkmal in der Wesermarsch, wie Chefarzt Dr. Martin Krakor sagt.

Der 52-Jährige mit Schwerpunkt Gastroenterologie (Magen- und Darmerkrankungen) ist seit Herbst 2015 an der Braker Klinik tätig. Neu aufgebaut wurde die Endosonografie, die von innen vorgenommene Ultraschalluntersuchung. Dazu kommt die Kontrastmittel-Sonografie, die bei Krebserkrankungen hilfreich sein kann.

Eine solche Untersuchung, so sagt Martin Krakor, werde fast nie in Praxen angeboten – weil sie aufwendig sei und nicht kostendeckend abgerechnet werden könne. Die Methode bietet die Möglichkeit, Organe mit Ultraschall erweitert zu untersuchen. „Das Besondere ist, dass sich die Durchblutung der Organe in Echtzeit verfolgen lässt,“ sagt der Mediziner. Schwerpunktmäßig angewandt werde die Kontrastmittel-Sonografie bei Lebererkrankungen. Sie könne, so Martin Krakor, teure Schnittbildverfahren wie MRT ergänzen oder gar ersetzen. Und der besondere Vorteil: „Das Verfahren hat gar keine Strahlenbelastung. Und die Injektion enthält kein Jod.“ Das ist auch für Patienten mit Allergien von Bedeutung.

Am Bildschirm zu verfolgen

Der Patient bekommt eine Spritze mit 2 Milliliter „sehr harmlosem“ Kontrastmittel. Das besteht aus Mikrobläschen: „Die kleinen verkapselten Gasbläschen reflektieren Ultraschall besonders gut. Man kann sehen, wohin sie fließen.“ Das geht schnell: In zwölf Sekunden sind die Bläschen in der Leber. Ihr Weg wird gefilmt, um später alles genau betrachten zu können. Gut eine halbe Stunde dauert die Untersuchung mit Vorbereitung, die Untersuchungsdauer selbst beträgt ganze sechs Minuten. Die Bläschen selbst bleiben nicht lange im Körper.

„An der Schnelligkeit und Art, wie sich die Bläschen ausbreiten, ordnen wir die Veränderung zu“, sagt Martin Krakor. So kann der genaue Zustand der Erkrankung erkannt werden – und auch, ob sie gut- oder bösartig ist, ob es sich zum Beispiel um ein Blutschwämmchen oder ein Leberkarzinom handelt. Damit kann oft auch die Entnahme einer Gewebeprobe vermieden werden. „Es ist eine sichere Sache“, sagt der Chefarzt: „Die Aussagekraft ist sehr hoch und steht anderen Methoden in nichts nach.“ Die Kontrastmittel-Sonografie sei für den Patienten hilfreich und entlastend. Auch als Methode zu einer weiteren Überwachung.

Eine Ergänzung

„Die Untersuchungsmethode ist so sinnvoll, dass man sie als Klinik anbieten muss – obwohl wir ein kleines Krankenhaus sind“, sagt Martin Krakor. Hausärzte, die eigene Ultraschallergebnisse abklären möchten, können Patienten an das Hospital überweisen, das auch ambulant diese Untersuchung vornimmt. Zwei bis drei Termine in der Woche kann Martin Krakor anbieten. „Wir verstehen uns als Ergänzung zu dem fachärztlichen Angebot der Fachpraxen, besonders in speziellen Dingen, die Einzelpraxen nicht leisten können“, betont der Mediziner.

Und wenn man sich bei Befunden doch nicht sicher ist, können die Untersuchungs-Ergebnisse per USB-Stick oder CD zu weiteren Spezialisten geschickt werden: „Das Verfahren ist standardisiert.“

Chefarzt Dr. Martin Krakor zeigt auf dem Monitor, wie die Kontrastmittel-Sonografie abläuft. Links ist das normale Ultraschallbild zu sehen, daneben das mit den Mikrobläschen. An der Art ihrer Ausbreitung lässt sich eine Diagnose stellen. Foto Gohritz


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