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Veröffentlicht am: 09.03.17

Auch lokal soll’s fair zugehen

Aktion am Weltfrauentag: Im Hospital gibt es Rosen und Informationen zu Fairtrade

Von Gabriele Gohritz

Brake. Fair gehandelte Rosen zum Weltfrauentag: Darüber freuten sich Patienten und Besucherinnen des St.-Bernhard-Hospitals. Damit setzten Svea Hanssen vom Verein Brake Tourismus & Marketing und Uwe Schubert von der Stadtverwaltung am Mittwoch nicht nur ein Zeichen für Frauenrechte, sondern warben auch für fairen Handel. Und so gab es neben den Blumen auch Informationen zu Fairtrade – weltweit und lokal in der Region.

Svea Hanssen und Uwe Schubert, die der Braker Steuerungsgruppe Fairtrade angehören, unterstützten die Rosenaktion „Flower Power“, zu der Transfair Deutschland aufgerufen hatte (die Kreiszeitung berichtete). Und so wurden 140 fair gehandelte Rosen verteilt. Rund 60 erhielten Patientinnen: Joe Schäper, der ein Freiwilliges Soziales Jahr im Hospital macht, brachte sie ihnen auf die Zimmer. „Ich bin heute der Rosenbote“, schmunzelte der 16-Jährige. Der Blumengruß war mit einem Kärtchen mit handgeschrieben Genesungswünschen versehen. Die weiteren Rosen wurden an Besucherinnen verteilt. Dazu gab es Informationen zu Fairtrade und die Ziele vor Ort. Immerhin trägt Brake seit Dezember 2015 den Titel „Fairtrade-Town“.

„Das Hospital ist ein guter Platz für die Aktion“, sagte Uwe Schubert. Auch die Klinik überlegt, wie sie sich in den Fairtrade-Prozess einbringen kann. Maxi Krahl, zuständig für Unternehmenskommunikation und Marketing, nannte Beispiele: fair gehandelter Kaffee und regionaler Kuchen in der Cafeteria. „Wir arbeiten mit regionalen Betrieben zusammen, zum Beispiel bei Mitarbeiterveranstaltungen.“

Für Uwe Schubert ist es wichtig, den Gedanken der „Fairtrade-Town“ in die Bevölkerung zu tragen. Denn diese Städte, so konnten es die Patientinnen und Besucherinnen in dem kleinen Faltblatt nachlesen, fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene.

Und so setzt sich die Kommune auch für eine Fairtrade-Region Unterweser ein, die auch ein gutes Marketing-Instrument sein kann. Darüber hat es schon Gespräche mit anderen Fairtrade-Städten und solchen, die es werden wollen, gegeben. Beteiligte Kommunen sind Hagen im Bremischen und Geestland aus dem Landkreis Cuxhaven sowie die Stadt Nordenham und die Gemeinden Lemwerder und Stadland aus der Wesermarsch. Dazu kommt die Stadt Bremerhaven.

Am 4. April gibt es ein weiteres Treffen in Brake. „Wir wollen unsere weitere Vorgehensweise abstimmen und unsere Ziele definieren“, sagt Uwe Schubert. Abgestimmt werden soll auch eine gemeinsame Erklärung, um Fairtrade vor Ort voranzubringen. Das Aufgabenfeld ist vielfältig. Uwe Schubert kann sich zum Beispiel einen kommunalen Einkaufsführer vorstellen.

Beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit war bereits ein Antrag für einen Fairtrade-Koordinator gestellt worden. Mittel stellt Engagement Global bereit, eine Servicestelle für Kommunen in der Welt. Zwar wurde der Antrag abgelehnt, aber die interkommunale Zusammenarbeit als positiv bewertet. „Wir werden im Herbst einen neuen Antrag stellen. Wir wissen, wo wir nachbessern müssen“, kündigt Uwe Schubert an. Auch das wird Gegenstand des Treffens am 4. April sein.

Faire Woche im September

Danach wird sich auch die Steuerungsgruppe, die sich alle drei Monate trifft, wieder zusammensetzen. Daran können Interessierte teilnehmen. Beteiligen wird sich die Kommune, so kündigt es Svea Hanssen an, auch wieder an der „Fairen Woche“, die im September stattfindet. Uwe Schubert überlegt, wie da das Bildhauertreffen zum Auftakt am 9. September eingebunden werden kann: „Das wäre ein guter Aufhänger.“

Am Weltfrauentag gab es fair gehandelte Rosen und Informationen zu Fairtrade. Das Bild zeigt (von links) FSJ-ler Joe Schäper, Uwe Schubert von der Stadt, Svea Hanssen vom Brake-Verein, Besucherin Yvonne Hartmann und Maxi Krahl vom St.-Bernhard-Hospital. Foto Gohritz


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