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Veröffentlicht am: 12.04.17

Klinik spezialisiert auf Kunstgelenke

St.-Bernhard-Hospital ist zertifiziertes Endo-Prothetik-Zentrum – Abläufe bei Behandlungen werden ständig optimiert

Von Lennart Edel

Brake. Mehr als 300 Menschen erhalten im St.-Bernhard-Hospital pro Jahr eine kĂĽnstliche HĂĽfte oder ein kĂĽnstliches Kniegelenk. Dass die Klinik in diesem Gebiet einen hohen Standard aufweist, unterstreicht die Zertifizierung als Endo-Prothetik-Zentrum. Sie ist gerade fĂĽr ein weiteres Jahr erneuert worden.

Endocert nennt sich das Zertifikat, das von einer unabhängigen Gesellschaft an Kliniken mit Endo-Prothetik-Bereich vergeben werden kann. Dafür müssen die Einrichtungen aber eine Vielzahl von Kriterien erfüllen. „Das Verfahren ist sehr, sehr aufwendig“, berichtet Dr. Peter Janka, der als einer von vier Chirurgen die Eingriffe an Hüften und Knien vornimmt.

Er und seine Kollegen müssen regelmäßig an Seminaren und Qualitätszirkeln teilnehmen. Außerdem haben sie ein gut 60-seitiges Handbuch erstellt, in dem das Vorgehen bei allen Eingriffen genau vorgeschrieben ist. Um überhaupt mit dem Endocert ausgezeichnet werden zu können, müssen in der Klinik pro Jahr mindestens 50 künstliche Hüftgelenke und 50 künstliche Kniegelenke eingesetzt werden. 220 Kriterien sind insgesamt für das Zertifikat zu erfüllen.

Halbes Jahr Vorbereitungen

„Für die erste Zertifizierung mussten wir gut ein halbes Jahr an Arbeit investieren“, sagt Peter Janka. 2013 ist die St.-Bernhard-Klinik erstmals als eine von 100 Kliniken aus ganz Deutschland mit dem damals eingeführten Zertifikat ausgezeichnet worden. „Es ist weltweit das erste Zertifikat im Bereich Hüft- und Kniegelenkersatz“, erläutert Peter Janka.

Jetzt muss das Endocert in jedem Jahr erneuert werden. Nach drei Jahren stand wieder eine eingehende Prüfung an – wie bei der ersten Auszeichnung. Im Februar unterzog sich das Team der St.-Bernhard-Klinik der zweitägigen Prüfung. „Wir haben den Prozess ohne Abweichungen durchlaufen. Das spricht für die Qualität“, sagt Peter Janka.

„Der Patient hat durch das Zertifikat die Versicherung, dass die Klinik sich an höchsten Standards orientiert“, ergänzt der Mediziner. Dauerhaft werden die teilnehmenden Krankenhäuser in Hinsicht auf ihre Leistungen von der Prüfgesellschaft kontrolliert. Mittels der Leitlinien und Prüfungen soll unter anderem verhindert werden, dass überflüssige Operationen vorgenommen werden. Für Patienten sind darüber hinaus Daten wie etwa zu Komplikationen bei den Operationen frei zugänglich. Die Versorgung mit Informationsmaterial und eine ausreichende Bedenkzeit vor einer Operation sind festgelegt.

Austausch zwischen Ă„rzten

Das St.-Bernhard-Hospital profitiert nicht nur von der Außenwirkung des Zertifikats. Es gibt einen dauerhaften Austausch zwischen den Ärzten der Klinik und Spezialisten in anderen Einrichtungen. Weiterbildungen werden gefördert. Darüber hinaus steigt die Attraktivität als Arbeitgeber für junge Ärzte, die sich spezialisieren wollen.

Fortschritte in den Behandlungsmethoden fließen mit in die Vorgaben für das Zertifikat ein. Dadurch werden die Vorgänge im St.-Bernhard-Hospital ständig modernisiert. Die Abläufe bei den Eingriffen und die Vernetzung zwischen den einzelnen Abteilungen können so optimiert werden.

Dr. Peter Janka mit dem Zertifikat. Er ist einer von vier Spezialisten, die am St.-Bernhard-Hospital kĂĽnstliche Gelenke einsetzen.Edel


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