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Veröffentlicht am: 24.04.17

Spannender Blick hinter die Kulissen

Großer Besucherandrang beim Tag der offenen Tür im St.-Bernhard-Hospital – Gäste dürfen selber „operieren“

Von Merlin Hinkelmann

BRAKE. Dichtes Gedränge herrschte gestern im Braker St.-Bernhard-Hospital: Das Krankenhaus hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen. Viele Besucher nutzten diese Gelegenheit, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Wer schon immer mal selbst zum OP-Werkzeug greifen oder sich den Arm eingipsen lassen wollte, war hier genau richtig.

Ganz vorsichtig schiebt Jonas das Endoskop in die lebensgroße Plastikpuppe hinein. Auf dem Monitor sieht er genau, an welcher Stelle im Magen er sich gerade befindet. Viele Leute stehen um den Fünfjährigen herum – und schauen gebannt zu. „Das ist wie beim Basteln“, erklärt Chefarzt Dr. Martin Krakar. „Auch bei einer Magenspiegelung braucht man immer das richtige Werkzeug.“

Nebenan, im OP-Saal, ist der Besucherandrang noch viel größer. Allgemeinchirurg Tobias Martens zeigt, mit welchen Instrumenten er bei der Schlüssellochchirurgie tagtäglich hantiert. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Besucher hier Gummibärchen aus einer Kunststoffpuppe herausoperieren.

Anästhesistin erzählt

Auch Birgit Neese wird an diesem Tag dicht umlagert. Die Leute löchern die pflegerische Leiterin der Anästhesie mit allen möglichen Fragen. Zum Beispiel: Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff PCA? „Das ist eine tragbare Infusionspumpe. Mit der kann sich der Patient Schmerzmittel selbst per Knopfdruck verabreichen, ohne dass dafür ein Arzt gebraucht wird.“

Viele Menschen fragen Birgit Neese, so erzählt sie, ob denn die Patienten bei einer Narkose alleine sind. Bei solchen Fragen kann sie die Besucher beruhigen: „Es ist immer ein Anästhesist und ein Anästhesiepfleger dabei.“

Welche spannenden Fakten die Experten auch erzählen – die Leute hängen förmlich an ihren Lippen und saugen das Wissen auf. Besonders für die kleinen Besucher ist es ein Riesen-Spaß, sich den Arm eingipsen zu lassen oder sich mit einem Laufzettel auf Entdeckungstour durch das Hospital zu begeben.

„Mein Wunsch ist es schon länger, Medizin zu studieren“, sagt die 15-jährige Cäcilie Müller, die sich mit ihrem Bruder Bernhard (17) gerade am Onkologie-Stand informiert. Sie plant zurzeit, ein Praktikum im Krankenhaus zu machen. „Ich finde es unglaublich interessant, wie vielfältig die Behandlungsmöglichkeiten von Krebs sind.“ Onkologe Dr. Thorsten Austein erklärt ihr mit einem Blick durchs Mikroskop, wie Krebszellen entstehen und wie man sie erkennt.

Praxen stellen sich vor

Neben den Praxen des Kompetenzzentrums und den Abteilungen des Krankenhauses stellen sich beim Tag der offenen Tür auch viele Leistungsanbieter aus dem Bereich Gesundheit der Öffentlichkeit vor. Die Besucher bummeln die Stände vor dem Eingang entlang, genießen Kaffee und Kuchen, mancher auch eine Bratwurst. Auch die Feuerwehr ist mit einer großen Drehleiter vor Ort, die Polizei codiert Fahrräder und Technik-Begeisterte können zusehen, wie eine ferngesteuerte Drohne über das Gelände surrt und das bunte Treiben rund um das St.-Bernhard-Hospital von oben festhält.

Auch ohne Bruch bekam Jonas (5) einen Gips angelegt.


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