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Veröffentlicht am: 25.04.17

St. Bernhard bekommt mehr Platz

Krankenhausgesellschaft kauft das GelĂ€nde des ehemaligen Gymnasiums an der Kirchenstraße – Endlich mehr ParkplĂ€tze

Von Birgitt von ThĂŒlen und Christoph Heilscher

BRAKE. Das St.-Bernhard-Hospital bekommt mehr Platz: Beim Festakt zum zehnjĂ€hrigen Bestehen des Fördervereins der Klinik gab Krankenhaus-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingo Penner bekannt, dass die Klinik dem Landkreis FlĂ€chen rund um das ehemalige Gymnasium an der Kirchenstraße abgekauft hat. So soll unter anderem das Parkplatz-Problem gelöst werden.

Der Vertrag ist am Donnerstag der vergangenen Woche unterschrieben worden. Der Kreistag hatte in seiner letzten Sitzung im nichtöffentlichen Teil grĂŒnes Licht fĂŒr den GrundstĂŒcksverkauf gegeben. Damit erfĂŒllt sich fĂŒr das St.-Bernhard-Hospital der lang ersehnte Wunsch, aus dem bisherigen viel zu engen Korsett ausbrechen zu können.

Kliniken in der Offensive

Die Krankenhausgesellschaft hat das gesamte SchulgelĂ€nde einschließlich des ehemaligen GymnasiumsgebĂ€udes und der Sporthalle gekauft. Der große Schulhof bietet ausreichend ParkplĂ€tze. Teile des Gymnasiums sollen genutzt werden, um dorthin medizinische Angebote aus dem intensiv genutzten Haupthaus zu verlagern. Im GesprĂ€ch ist, Teile der ambulanten Dienste zu verlegen um so im HauptgebĂ€ude mehr Platz fĂŒr Krankenzimmer zu bekommen.

Der Kauf und die damit verbundenen Erweiterungsoptionen sind auch ein deutliches Signal im Hinblick auf die gesamte Krankenhauslandschaft in der Wesermarsch. Beide Kliniken gehen in die Offensive. Helios in Nordenham zieht am 13. Mai in das neue KlinikgebÀude in Esenshamm um, und St. Bernhard breitet sich am bisherigen Standort aus. Ob beide Kliniken diesen Kurs mittelfristig wirtschaftlich erfolgreich gestalten können, werden die nÀchsten Jahre zeigen.

Hospital wird modernisiert

Um die Zukunft kleiner KrankenhĂ€user ging es auch in dem Festvortrag von Honorarprofessor Dr. Martin Pohlmann vom Caritasverband Oldenburg, den der Förderverein der Klinik zur JubilĂ€umsfeier eingeladen hatte. Er berichtete von zahlreichen Reformen im Abrechnungswesen mit den Krankenkassen, die es in den vergangenen Jahren gegeben hat. Nach dem neuen Krankenhausstrukturgesetz sei vorgesehen, dass die QualitĂ€t einer Krankenversorgung BerĂŒcksichtigung in der VergĂŒtung findet. Das mache kleineren KrankenhĂ€usern zu schaffen, da sie nicht immer alle SpezialgerĂ€te vorhalten könnten. FĂŒr Brake sieht er dennoch eine gute Zukunft, da das Hospital fest in der Bevölkerung verankert und gut vernetzt sei. Ohnehin sei das Vertrauen der Bevölkerung in konfessionell betriebene KrankenhĂ€user höher. Befragungen hĂ€tten ergeben, dass die Einwohner davon ausgehen, dass in diesen Kliniken nicht das Geld im Vordergrund stehe, sondern der Mensch. Er endete mit den Worten: „Das Krankenhaus Brake hat eine gute Zukunft vor sich.“

Wie diese Zukunft aussehen kann, berichtete Klinik-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingo Penner. Ein Neubau der Zentralsterilisation sei vorgesehen, und das Projekt Palliativstation könne an Fahrt gewinnen. Alle Stationen der Klinik sollen saniert und modernisiert werden, die Zimmer eigene SanitĂ€rbereiche mit Dusche bekommen. Auch ein weiteres Ärztehaus könne gebaut werden, denn die Parkplatzfrage ist jetzt ja geklĂ€rt.

Ein Gesamtinvestitionsvolumen von 6 bis 7 Millionen Euro aus Eigenmitteln sei eingeplant. „Unser Ziel ist ein modernisiertes und renoviertes Krankenhaus“, fasste GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingo Penner die ambitionierten ErneuerungsplĂ€ne zusammen.

Das St.-Bernhard-Hospital ĂŒbernimmt die ehemalige Außenstelle des Braker Gymnasiums an der Kirchenstraße. Archivfoto Gohritz


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