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Veröffentlicht am: 08.06.17

„Wir sind wie chirurgische Hausärzte“

Viszeralchirurgen operieren rund 1000-mal pro Jahr – Vortrag zum Thema Nabel- und Narbenbruch

Brake. „Eigentlich operieren wir alles außer Knochen“, sagt Dr. Thorsten Renken. Damit sei am einfachsten umschrieben, was ein Viszeralchirurg wie er und sein Kollege Dr. Olaf Ruthmann machen. Seit knapp anderthalb Jahren praktizieren die beiden Ärzte in der MVZ-Praxis für Chirurgie des St.-Bernhard-Hospitals. MVZ steht für Medizinisches Versorgungszentrum. Die Praxis liegt an der Kirchenstraße 132.

„Allein im vergangenen Jahr haben wir in der Praxis rund 700 ambulante Eingriffe aller Art vorgenommen“, zählt Olaf Ruthmann auf. Hinzu kämen rund 300 Operationen, die die beiden im St.-Bernhard-Hospital vorgenommen haben.

In die MVZ-Praxis kommen alljene Fälle, für die eine stationäre Aufnahme ins Krankenhaus nicht notwendig ist. „Das reicht vom eingewachsenen Zehennagel über die Entfernung von Hämorrhoiden bis hin zur Operation von Nabelbrüchen“, sagt Olaf Ruthmann.

Letztere seien ein Massenphänomen. Rund jeder zehnte Mensch sei betroffen, so die Schätzung. Darum widmen die beiden Chirurgen dem Thema einen Infoabend im Rahmen der Vortragsreihe am St.-Bernhard-Hospital (siehe Info-Kasten). „Wir wollen Mythen abbauen und vor Fehleinschätzungen warnen“, sagt Thorsten Renken. Dabei werde es sicher nicht bierernst zugehen.

Die beiden Mediziner betonen, dass sich Patienten auch ohne Überweisung durch den Hausarzt bei ihnen in der MVZ-Praxis vorstellen können. „Wir sehen uns selbst als eine Art chirurgische Hausärzte“, sagt Thorsten Renken. Allerdings sei es stets von Vorteil, wenn ein Hausarzt sich das jeweilige Problem bereits angesehen habe und auf einer Überweisung an die Chirurgen entsprechende Fachhinweise vermerke und auch eventuelle Hinweise zur Vorgeschichte des Patienten geben.

„Als wir die Praxis eröffnet haben, wollten wir eine Lücke schließen“, erläutert Thorsten Renken. Damit meint er die chirurgische Versorgung aus einer Hand. „Von der ersten Begutachtung über die Operation – ob in der Praxis oder in der Klinik – bis zur Nachsorge hat der Patient stets mit demselben Arzt zu tun“, gibt der Mediziner zu bedenken. Außerdem sei durch die regelmäßige Anwesenheit im Hospital ein guter Austausch mit den dortigen Kollegen gewährleistet. (flo)

Die Chirurgen Dr. Thorsten Renken (links) und Dr. Olaf Ruthmann betreiben seit knapp anderthalb Jahren ihre Praxis in Brake. Lorenz


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