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Veröffentlicht am: 29.06.17

Dialyse in privater Hand

Hospital gibt Leistung an spezialisierte Firma ab – Für Patienten und Personal ändert sich nichts

Von Gabriele Gohritz

Brake. Das St.-Bernhard-Hospital gibt seine ambulante Dialyse-Abteilung in die Hand eines privaten Trägers. Ab 1. Juli wird die Firma Operasan dafür zuständig sein, die die beiden kassenärztlichen Sitze und das Pflegepersonal – zehn Kräfte – übernimmt. „Für die Patienten ändert sich nichts“, sagen Ingo Penner, Geschäftsführer der Braker Klinik, und Dr. Jürgen Kämper, Geschäftsführer von Operasan mit Sitz in Büren in Nordrhein-Westfalen.

Die ambulante Nephrologie (Nierenerkrankungen) ist ein Teil des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) am Hospital. Im Jahr 1996 hat das Haus die Dialyse eingerichtet und im Laufe der Jahre ausgebaut. Rund 40 ambulante Patienten aus der Wesermarsch kommen dreimal die Woche nach Brake, um hier ihr Blut „waschen“ zu lassen.

Immer mehr Menschen leiden an Nierenerkrankungen. Das ist auch dem demografischen Wandel geschuldet. Bundesweit gebe es eine Steigerungsrate von jährlich 2 Prozent, sagt Jürgen Kämper. Auch in den Wesermarsch steigen die Zahlen.

„Im Moment sind unsere Grenzen limitiert, wir können gar nicht alles leisten“, sagt Ingo Penner. Hinzu kommt, dass das Hospital mit den geplanten Umbauten einiges „vor der Brust“ habe.

Um aber Möglichkeiten einer „Ausweitung und Verbesserung“ in der Dialyse zu nutzen, hat sich das Hospital zur Abgabe entschlossen: „An jemanden, der darauf speziell spezialisiert ist, wenn man wachsen und neue Verfahren einführen will“, sagt Ingo Penner.

Wichtig sei gewesen, dass „die Leistung der Dialyse am Braker Hospital bleibt“. Das sei der Fall. „Die ambulante Dialyse wird langfristig bei uns im Hospital bleiben“, sagt Ingo Penner. Daher sei die Abgabe kein Problem gewesen. Die vertrauten Ärzte und Pflegekräfte kümmern sich auch weiterhin um die Patienten, die wie gewohnt in das Gebäude an der Claußenstraße kommen. „Das ist so vereinbart“, sagt Ingo Penner.

Das betont auch Jürgen Kämper: „Für Patienten und Mitarbeiter ändert sich nichts. Die ambulante Dialyse wird so fortgeführt wie in der Vergangenheit.“ Auch Patienten, die im Krankenhaus stationär eine Dialyse erhalten müssen, werden betreut.

Allerdings möchte Operasan in der Zukunft auch ein zusätzliches Angebot machen: die Versorgung nierenkranker Patienten in Pflegeheimen. „Wir wollen die Versorgung von Heimpatienten in Brake und Umgebung aufbauen“, sagt der Geschäftsführer.

Operasan wurde im Jahr 2015 gegründet. Nach Aussagen von Jürgen Kämper arbeitet das Unternehmen mit anderen MVZ im Rheinland zusammen und kooperiert und in Niedersachsen mit Praxen bei Göttingen und Vechta.

In Brake stellt das Hospital die Räume und Plätze zur Verfügung, vermietet sie an den „Spezialisten“, der die Leistungen der Dialyse fortführt. Ähnlich handhabt es die Klinik mit der Radiologie.

Die Plätze der Dialyse bleiben wie bisher im einstigen Reha-Gebäude. „Wir werden am Hospital aber eine neue Dialyse bauen und uns in absehbarer Zeit vergrößern“, blickt Ingo Penner in die Zukunft.

40 Patienten kommen regelmäßig zur Dialyse in das Hospital. Diese Leistung wird ab Juli von einem privaten Träger übernommen. Dittrich


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