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Veröffentlicht am: 13.01.18

Von Hannover nach Brake

Dr. Lars Heide ist neuer Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie – Abteilung wird ausgebaut

Von Gabriele Gohritz

Brake. „Die Perspektiven hier sind sehr interessant. Die Klinik hat einen guten Ruf unter Kollegen, so bei der Endoprothetik“, sagt Dr. Lars Heide. Grund genug für den Facharzt für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie und spezielle Orthopädie, von einer großen Klinik in Hannover an das St.-Bernhard-Hospital in Brake zu wechseln. Der 51-Jährige ist neuer Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie.

Lars Heide ist Nachfolger von Dr. Peter Janka, der zum Jahresende in Ruhestand ging (die Kreiszeitung berichtete). Damit ging nach fast 27 Jahren auch eine Ära zu Ende. „Die Orthopädie und Unfallchirurgie ist ein wichtiger Baustein. Davon ist auch die zukünftige Entwicklung des Hauses maßgeblich abhängig“, sagt Klinik-Geschäftsführer Ingo Penner. Umso mehr freut er sich, mit Lars Heide einen sehr qualifizierten Arzt gewonnen zu haben, und dass der Übergang nahtlos zum 1. Januar geklappt hat.

„Hier bietet sich ein großes und spannendes Feld auf dem Gebiet, in dem ich mich entwickelt habe“, sagt der neue Chefarzt. Lars Heide stammt aus Hannover. Dort ist er geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen. Und er hat in Hannover studiert. Am Vinzenzkrankenhaus Hannover machte er seinen Facharzt in Chirurgie. Von 2006 bis 2011 war er am Annastift in Hannover Oberarzt in der Orthopädie und für die Endoprothetik (Gelenkersatz) zuständig. Rund 1500 bis 2000 Operationen, zum Beispiel Gelenkrekonstruktionen, werden in der Orthopädischen Klinik der Medizinischen Hochschule jährlich vorgenommen. Im Jahr 2011 wechselte er in das Krankenhaus Friederikenstift. Dort leitete Lars Heide die endoprothetische Abteilung und war auch in der Unfallchirurgie tätig: „Und dann kam Brake.“

Der 51-Jährige hatte im Ärzteblatt die Ausschreibung der Chefarzt-Stelle gelesen. Er nahm Kontakt auf, führte „sehr gute Gespräche“ mit Ingo Penner und dem neuen Ärztlichen Direktor Dr. Jan Henrik Herrfurth: „Wir waren uns schnell einig.“ Auch familiäre Gründe bewogen Lars Heide, sich für Brake zu entscheiden. Er lebt mit seiner Frau in Rastede, hat hier einen großen Freundeskreis.

Übrigens: Lars Heide war fünf Jahre lang Mannschaftsarzt der Eishockeymannschaft Scorpions Hannover. Deren größter Erfolg war die Deutsche Meisterschaft 2010. „Ich bin mit ihnen Meister geworden“, erzählt Lars Heide. Und auch, dass es ganz schön spannend war, mit dem Team durch Deutschland zu reisen.

Gut ausgelastetes Haus

In Brake hat er ein gut ausgelastetes Haus vorgefunden. Im Hospital wird gerade die chirurgische Station umgebaut: „Ich freue mich darauf, dass die Patienten bald in neuen Zimmern untergebracht werden.“ Zwar schränkt der Umbau die Bettenzahl derzeit etwas ein, aber: „Wir sind gut belegt.“

Das Hospital ist als Endoprothetik-Zentrum (EPZ) zertifiziert. Ein Vorteil, wie Ingo Penner sagt. Hier finden Patienten zertifizierte Standards vor. Denn: Pro Jahr, so ist es klar definiert, müssen die Operateure mindestens 50 Operationen nachweisen. Vier Hauptoperateure gibt es am Hospital. Hier werden jährlich rund 300 Endoprothetik-Operationen vorgenommen. Dazu kommen gut 1000 Operationen in der Unfallchirurgie.

Ziel sei es, die Endoprothetik weiter auszubauen und die Unfallchirurgie ganz neu aufzustellen. Ingo Penner: „Wir wollen sie für die Region Wesermarsch deutlich ausbauen.“ Lars Heide ergänzt: „Wir merken in den Sprechstunden, dass wir die ersten Ansprechpartner für die Region sind.“

Das Hospital möchte in der Zukunft mehrere Zentren im Haus zertifizieren lassen. Die Zertifizierung sieht Ingo Penner auch als ein Instrument, um junge Ärzte an das Haus zu binden: „Hier können sie sich weiter entwickeln.“ Ingo Penner betont, dass gerade für kleinere Krankenhäuser Zertifizierungen wichtig seien: „Hier ziehen dafür alle Mitarbeiter mit.“

Wollen die Endoprothetik am St.-Bernhard-Hospital ausbauen und die Unfallchirurgie neu aufstellen (von links): Klinik-Geschäftsführer Ingo Penner, der neue Chefarzt Dr. Lars Heide und der Ärztliche Direktor Dr. Jan Henrik Herrfurth. Gohritz


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