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Veröffentlicht am: 19.06.18

Hilfe in einer Lebenskrise

Das Hospital hat eine große onkologische Abteilung. Bis zu 1200 Krebskranke werden hier jĂ€hrlich stationĂ€r behandelt, dazu kommen rund 4000 ambulante Patienten. Nicht nur aus der Wesermarsch, sondern auch aus Oldenburg, Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven kommen die Menschen nach Brake. Vier Onkologen kĂŒmmern sich um sie. Lungen-, Darm- und Brustkrebs sowie LeukĂ€mie sind die hĂ€ufigsten Erkrankungen, sagt Dr. Thorsten Austein, Chefarzt der Inneren Medizin und Onkologie. Er weiß, dass eine solche Erkrankung seelische Belastungen mit sich bringt. Und auch wirtschaftliche Sorgen: „Viele Menschen stehen im Berufsleben, versorgen ihre Familie.“

„FĂŒr uns ist die ganzheitliche Betreuung der Patienten wichtig“, sagt Helmut Dietz, Leiter QualitĂ€tsmanagement an der Klinik. Die ist nun um die psycho-onkologische Beratung ausgebaut worden. Der Caritasverband im Kreis Wesermarsch ist auf das Krankenhaus zugekommen, schnell war man sich ĂŒber Kooperation und Konzept einig: „Es ist wichtig, die Patienten frĂŒhzeitig anzusprechen.“

Beratung ist kostenfrei
Das ist die Aufgabe von Fenna Friedenberger, die beim Caritasverband im Kreis Wesermarsch angestellt ist. Das kostenfreie Beratungskonzept ist sowohl auf die Patienten als auch auf deren Angehörige abgestimmt. Seit Mai ist sie mittwochs den Tag ĂŒber im Hospital, hat dort ihr eigenes Zimmer, in dem in Ruhe GesprĂ€che gefĂŒhrt werden können.

Der erste Kontakt kommt am Bett zustande, wenn ein Krebspatient ins Krankenhaus kommt: „Ich stelle mich und das Konzept vor. Ich drĂ€nge mich nicht auf, ich biete die Beratung an. Und auf die kann sofort oder in jeder weiteren Phase zurĂŒckgegriffen werden“, sagt die 34-JĂ€hrige. Ihre bisherigen Erfahrungen: „Ich habe viel mit MĂ€nnern gesprochen, auch sie brauchen Beratung. Das wird offen angenommen“, berichtet sie. Denn: „Die Erkrankung verursacht eine tiefe ErschĂŒtterung des Lebens, es ist ein traumatischer Schock.“

Fenna Friedenberger ist auch in Fragen der Nachsorge eine Ansprechpartnerin. „Viele leiden, wenn die Behandlung abgeschlossen ist. Das Angebot ist eine Entlastung fĂŒr die Patienten, auch wenn sie sich in der Nachsorge jedes Mal mit der Krankheit auseinandersetzen mĂŒssen.

Fenna Friedenberger versteht sich als Netzwerkerin. Sie hÀlt Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Da erfolgt auch ein Austausch mit Kollegen in anderen Kliniken. Eingebunden werden soll auch die neue Palliativstation des Hospitals.

Zudem hilft Fenna Friedenberger, wenn Hilfsmittel beschafft werden mĂŒssen. UnterstĂŒtzung gibt es auch bei sozialrechtlichen Fragen. Neben der stationĂ€ren Beratung bietet Fenna Friedenberger auch eine ambulante Beratung montags im Haus der Caritas an der Ulmenstraße an.

Die Krebsberatung, deren TrĂ€ger die Caritas ist, ist ein Kooperationsprojekt, das der Landkreis mit jĂ€hrlich 20000 Euro fördert. Das Hospital unterstĂŒtzt es nun mit weiteren 5200 Euro. „Wir wollen unser Angebot weiter ausbauen“, sagt Caritas-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ralf Bunten.


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