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Veröffentlicht am: 24.08.19

St. Bernhard stärkt die Kardiologie

Zurzeit leitet Jörn Glock die Kardiologie. Der langjährige Chefarzt könnte Ende Oktober in den Ruhestand gehen, bleibt dem St.-Bernhard-Hospital aber erhalten. Er wird im Team von Dr. Andreas Reents eine Oberarzt-Stelle bekleiden. Hinzu kommen drei weitere Oberärzte aus der Region, sodass das Braker Krankenhaus künftig über fünf Kardiologen verfügen wird. Einer der neuen Oberärzte wechselt von der Helios-Klinik Wesermarsch aus Esenshamm nach Brake. Er folgt somit Dr. Andreas Reents, der zurzeit noch bei Helios angestellt ist, aber vom Unternehmen freigestellt wurde. Ingo Penner, Geschäftsführer des St.-Bernhard-Hospitals, kündigte an, dass auch Assistenzärzte der Inneren Medizin von Esenshamm nach Brake wechseln werden.

Nicht nur das Personal wird aufgestockt, sondern auch das medizinische Leistungsspektrum deutlich erweitert. „Wir werden künftig ein sehr breites kardiologisches Angebot in Brake vorhalten“, sagt Ingo Penner. Zu der bisher vorhandenen nicht-invasiven Kardiologie (Ultraschalluntersuchungen, Behandlung von Bluthochdruck, Nachsorgetherapie bei Herzschrittmachern) kommt mit dem Herzkatheterlabor die invasive Kardiologie hinzu. Dr. Andreas Reents und sein Team werden unter anderem die invasive Elektrophysiologie anbieten und Herzrhythmus-Implantate einsetzen.

Auch akute Gefäßverschlüsse sollen rund um die Uhr behandelt werden. „Bei Notfällen soll ein Kardiologe auch in der Nacht innerhalb von 30 Minuten den Patienten behandeln“, sagt Ingo Penner. Daher werde sich der Arzt in Rufbereitschaft stets in der Nähe des Braker Krankenhauses aufhalten und nicht erst von zu Hause aus anreisen. Darauf habe sich der Geschäftsführer mit den Ärzten verständigt.

Dass mit der Inbetriebnahme eines Herzkatheterlabors im Landkreis eine weitere Doppelstruktur geschaffen wird – auch die Helios-Klinik verfügt über ein Herzkatheterlabor – ist Ingo Penner bewusst. „Wir sehen die Kardiologie für die gesamte Wesermarsch künftig am Standort Brake“, so der Geschäftsführer. Die vorhandenen Doppelstrukturen waren in der Vergangenheit der Grund, warum das Krankenhaus – ebenso wie Helios – keine Fördermittel vom Land zugewiesen bekommen hat. Das könnte sich nun ändern. Das St.-Bernhard-Hospital hat entsprechende Anträge beim Sozialministerium gestellt. Zudem hat Ingo Penner Gespräche mit dem Ministerium geführt, die ihn optimistisch stimmen.

Die Investition für das Herzkatheterlabor stemmt das St.-Bernhard-Hospital aus eigener Kraft. Rund zwei Millionen Euro kostet das Labor mit der direkten Anbindung an die Notaufnahme und den Überwachungsplätzen. Der jetzige OP-Saal im Erdgeschoss zieht dafür um. Dafür fallen nochmals rund 500000 Euro an, sodass sich die Gesamtsumme auf 2,5 Millionen Euro beläuft.

Ingo Penner antwortete auf Nachfrage der Kreiszeitung, dass Kooperations- und Fusionsgespräche mit der Helios-Klinik Wesermarsch weiterhin auf Eis liegen. Der Geschäftsführer könne sich vorstellen, dass in Esenshamm ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) entsteht und dort ambulantes Operieren möglich ist. Die stationäre Behandlung von Patienten würde bei diesem Modell in Brake erfolgen.


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