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Veröffentlicht am: 10.10.19

Spende für den „Leuchtturm des Hauses“

Von Paul Leske
Brake.
Eine große Spende hat die Palliativstation des St.-Bernhard-Hospitals (SBH) aus der Hand von Andreas Kurelbaum entgegengenommen. Der Vorstand des Fördervereins sowie die Leitung des Hauses zeigten sich hocherfreut, denn die neu geschaffene Station kann in einigen Bereichen noch ergänzt werden.

Für Andreas Kurelbaum und Angehörige waren die vergangenen zwei Jahre keine leichte Zeit, nachdem bekannt wurde, dass seine Ehefrau Marita unheilbar an Krebs erkrankt war. Das Ehepaar hat das Schicksal jedoch angenommen und die Zeit ganz gezielt genutzt. „Sieben Kreuzfahrten haben wir unternommen, eine der letzten ging nach Sansibar“, so Andreas Kurelbaum. Gerade das war ein Herzenswunsch von Marita. Auf der letzten Kreuzfahrt nach Norwegen gab es dann Komplikationen und die Reise musste abgebrochen werden. Marita wurde im St.-Bernhard-Hospital behandelt und lernte auch die Palliativstation kennen.

Andreas Kurelbaum, der auch Mitglied im Förderverein des SBH ist, bestimmte gemeinsam mit seiner Frau, dass zu der gewünschten Urnenbeisetzung anstelle von Blumen und Kränzen eine Spende zugunsten der Palliativstation erbeten werden sollte. „Nachdem meine Frau am 14. August verstarb, waren meine Familie und ich von der Spendenbereitschaft überwältigt“, so Kurelbaum. Er überreichte in Form eines Spendenschecks den stattlichen Betrag von 3211,99 Euro.

„Dies auch im Namen von Marita, die sich einige Tage auf der Station aufgehalten hat und sich sehr gut versorgt fühlte.“ Als Braker Familie fühle man sich ohnehin dem Haus verpflichtet.

Ruhe und Wohnlichkeit
Der Förderverein hat für Zwecke der Palliativstation ein Konto angelegt. Da das Haus für diese besondere Einrichtung kein Geld zur Verfügung stellen darf, ist die Leitung des Hauses besonders dankbar, dass der Förderverein hier eingesprungen ist. Seit März ist im ersten Stock im renovierten Teil ein Bereich reserviert, der sich durch besondere Ruhe und Wohnlichkeit auszeichnet. Eine eigene Küche gehört dazu, um Patienten und Angehörigen hier gemeinsame Zeit beim Zubereiten und dem Einnehmen von Mahlzeiten zu ermöglichen.

Pflegedienstleiterin Christine Wilhelm berichtete von einem muslimischen Patienten, dessen sehnlichster Wunsch es war, noch einmal das für ihn so wichtige Zuckerfest gemeinsam mit seiner Familie zu erleben. „Diese gemeinsamen Stunden hat er wirklich genossen“ so Wilhelm. Motto sei es, den verbleibenden Tagen mehr Leben zu geben. Dr. Anemone Finck, leitende Ärztin der Palliativstation, erläuterte das Ziel: „Sterbenskranke sollen sich hier wohlfühlen, dazu gehört eine wohnliche Atmosphäre.“

Der ärztliche Direktor des SBH, Dr. Jan Henrik Herrfurth, betonte für die Region das Alleinstellungsmerkmal der neu geschaffenen Station. Er habe bereits etliche auch sehr große Kliniken gesehen, Vergleichbares dort jedoch nicht entdeckt. „Die Station ist der Leuchtturm unseres Hauses“, so Herrfurth.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Ulrich Hempel, dankte gemeinsam mit Walter Erfmann der Familie Kurelbaum für ihr Engagement in schwerer Zeit. Jetzt könne man über weitere Projekte nachdenken. Vielleicht könne während der weiteren Umbaumaßnahmen des Hauses ein Balkon an die Station angegliedert werden.


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