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Veröffentlicht am: 19.10.19

Hospital baut Kardiologie deutlich aus

Von Gabriele Gohritz
Brake. Das St.-Bernhard-Hospital erweitert sein kardiologisches Spektrum stark. Als neuer Chefarzt der Kardiologie/Angiologie werden sich Dr. Andreas Reents und fünf Oberärzte um die Patienten kümmern. Auch bekommt das Hospital ein neues Herzkatheterlabor. Spätestens ab April 2020 soll es rund um die Uhr eine Herzkatheter-Bereitschaft geben, kündigt der neue Chefarzt an.

Der 52-Jährige ist, wie berichtet, von der Helios-Klinik Nordenham ans Braker Hospital gewechselt. Am Monatsanfang hat er seinen Dienst angetreten, ab 1. November ist er Leiter der Kardiologie. Zurzeit bereitet er mit dem bisherigen Chef Jörn Glock den Übergang vor.

Drei neue Kardiologen
Jörn Glock wird künftig im Team eine Oberarzt-Stelle bekleiden. Ebenfalls zum Oberarzt-Team gehören Dr. Jörg Rehlinghaus (Intensivmediziner) und neu Dr. Waheeb Ghazzawi (44 Jahre), der Andreas Reents folgte. Neu im Haus seit Anfang des Monats ist auch Dr. Georgios Sinos. Der 42-Jährige ist nach vierjähriger Tätigkeit an der Klinik Reinkenheide in Bremerhaven nach Brake gewechselt: „Ich bin überzeugt, hier eine gute Kardiologie-Abteilung aufbauen zu können. Dieses Fachgebiet ist sehr vorteilhaft für Brake.“ Zum 1. April wird ein weiterer leitender Oberarzt dazustoßen.

Angeboten werden künftig die interventionelle Kardiologie und die invasive Elektrophysiologie sowie die Device-Therapie, das Einsetzen von Herzrhythmus-Implantaten. „Das machen wir zertifiziert. Wir sind alte Hasen“, betont der Chefarzt. Die Planungen laufen, die internen Strukturen werden abgestimmt. Die Räume für das Herzkatheterlabor und das Elektrophysio-Labor sind im Werden. Labor-Personal ist bereits eingestellt. „Im Dezember wollen wir die ersten Patienten behandeln“, sagt Andreas Reents.

Das Herzkatheterlabor entsteht im Erdgeschoss in einem OP-Saal, direkt neben der Notaufnahme: „Bei einem Herzinfarkt sind es keine zehn Meter, wir können sehr schnell auf kürzestem Wege helfen.“ Mittelfristig soll eine 24-Stunden-Herzkatheter-Bereitschaft im Hospital installiert werden. „Ein Kardiologe wird immer Dienst haben und immer reichbar sein“, sagt Andreas Reents. Das Labor soll an sieben Tagen besetzt sein.

Der Rettungsdienst könne zu jeder Tages- und Nachtzeit Patienten bringen: „Auch aus anderen Landkreisen.“ Dafür will man noch enger mit dem Rettungsdienst zusammenarbeiten: „Ein Patient mit Infarkt wird im Rettungswagen in Abstimmung mit dem Kardiologen vorbehandelt, ihm kann schon das EKG übermittelt werden“, so der Chefarzt. Es soll auch eine Abteilung für Brustschmerz-Patienten geben. Hier können die Patienten stationär beobachtet werden – und jederzeit ins Labor gebracht werden.

Was im Landkreis-Norden nicht gelungen sei, soll in Brake umgesetzt werden: „Wir sehen wir uns hier in der Pflicht für Wesermarsch.“ Als Vorteil in Brake wertet Dr. Reents auch das hiesige kardiologische MVZ: „Dort können wir die Patienten schon ambulant erleben. Das ist ein großer Pluspunkt.“ Komplexe Eingriffe am Herzen, Vor- und Nachbetreuung: „Nicht viele Krankenhäuser dieser Größe haben so eine komplette Kardiologie.“


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