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Veröffentlicht am: 03.07.20

Erste neue Patienten begrĂŒĂŸt

Damit konnte die Braker Klinik eine LĂŒcke wieder schließen. Es hatte eine HNO-Praxis am Hospital gegeben. Doch die war nach dem Weggang der Mediziner seit geraumer Zeit verwaist. Mit Haitham Saba konnte das Hospital nach einer Stellenausschreibung nun wieder einen Facharzt fĂŒr Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde gewinnen. Das VorstellungsgesprĂ€ch fand am 40. Geburtstag des Mediziners statt, die Chemie stimmte. „In der Wesermarsch gibt es einen Bedarf, ein HNO-Arzt war dringend notwendig“, freut sich Hospital-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingo Penner ĂŒber den Zugang. Haitham Saba ist beim Hospital angestellt, leitet aber die Praxis.

Er stammt aus Syrien, aus einer kleineren Stadt am Mittelmeer. Er hat in Syrien von 1998 bis 2004 an der UniversitÀt Teschrin sein Medizinstudium absolviert, dann zwei Jahre in Syrien gearbeitet, sich in Mikrobiologie weitergebildet und sich eine chirurgische Fachrichtung zum Ziel gesetzt. 2007 ergriff er die Chance, nach Deutschland auszuwandern. Auch seine Geschwister haben das Heimatland verlassen: Sein Bruder lebt in Schweden, seine Schwester in Kanada.

Haitham Saba kam fĂŒr drei Jahre nach Hamburg, lernte die deutsche Sprache und trat seine erste Stelle als Chirurg im St.-Georg-Krankenhaus an. Durch einen Freund kam er zur HNO-Fachkunde: „Das finde ich interessanter als Allgemeinchirurgie.“ Er zog 2010 nach Oldenburg, arbeitete in Bremen und war von 2014 bis jetzt HNO-Facharzt an der Diakonie-Klinik Bremen. Er wollte nicht nur im Krankenhaus arbeiten, sondern auch eine Praxis leiten. Da passte das Angebot aus Brake.

Der 40-JĂ€hrige, der bereits seit 1. Mai eingestellt ist, arbeitet sowohl ambulant in der Praxis als auch als Belegarzt im Hospital. „Im Moment wollen wir aber erst die ambulante Praxis hochfahren“, sagt Ingo Penner. Die RĂ€ume an der Kirchenstraße wurden dafĂŒr in den vergangenen Monaten mit modernsten GerĂ€ten ausgestattet. Das Leistungsspektrum umfasst zum Beispiel Kehlkopf- und Rachenspiegelungen ebenso wie Vor- und Nachsorge von Tumorerkrankungen in diesem Bereich, endoskopische und bakteriologische Untersuchungen der Nase, Ohrmikroskopie, Sprachaudiogramm und Tinnitusfrequenzanalyse sowie Allergieberatung. Kleinere Operationen erfolgen ambulant. Anfang 2021 soll der Einstieg in die operative TĂ€tigkeit erfolgen.

Praxis soll nochmal umziehen
Die MVZ-Praxis fĂŒr HNO hat ihren Sitz dort, wo bislang die MVZ-Praxis Chirurgie war. Die wurde, so berichtet Ingo Penner, ans Hospital geholt und hat dort ihren Sitz derzeit in Containern. Vorgesehen ist, dass die Chirurgie- und auch die HNO-Praxis Ende nĂ€chsten Jahres in das Kompetenzzentrum ziehen. Da die Inhaber der Zahnarztpraxis neu bauen, wird Platz fĂŒr die beiden Praxen frei.

Zum Team von Haitham Saba, der aus einer sportlichen Familie stammt, Ausdauertraining betreibt und gerade Kitesurfen als neues Hobby entdeckt, gehören vier Arzthelferinnen.


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