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Veröffentlicht am: 29.10.20

140 Jahre im Dienst am Patienten

Seit der GrĂŒndung setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fĂŒr kranke und hilfsbedĂŒrftige Menschen in der Wesermarsch und darĂŒber hinaus ein. Das Hospital biete seit 140 Jahren medizinische und pflegerische Versorgung auf höchstem Niveau, lĂ€sst Klinik-Sprecherin Maxi Krahl wissen. „Die Bevölkerung in der Wesermarsch hat ĂŒber die vergangenen Jahrzehnte unserem Haus und seinen Mitarbeitern ein besonderes Vertrauen entgegengebracht und uns eine erhebliche Weiterentwicklung ermöglicht“, betont Hospital-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingo Penner mit Blick auf den „Geburtstag“ des Krankenhauses und dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich tĂ€glich rund um die Uhr fĂŒr die Patienten einsetzen.

Der 140. Geburtstag am 1. November ist Anlass fĂŒr einen RĂŒckblick auf die Geschichte und die Entwicklung des Hospitals. 1878 kam Kaplan Bernhard Pille zur „MissionsgrĂŒndung“ nach Brake. Von Anfang an hat er „drei Punkte ins Auge gefasst: Bau einer Kapelle, Einrichtung eines Krankenhauses und einer Schule“, die er dem Offizialat in Vechta am 27. August 1879 vortrug. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Brake noch kein Krankenhaus.

Erstes Krankenhaus
Ein Jahr spĂ€ter gelang es dem energischen Kaplan, zwei Ordensschwestern nach Brake zu holen und somit den Grundstein fĂŒr das St.-Bernhard-Hospital zu legen, wie Maxi Krahl mitteilt. Schon am 5. August 1880 konnte Kaplan Pille dem Bischöflichen Offizialat in Vechta schreiben: „Beehrt sich der Unterzeichnete gehorsamst mitzuteilen, dass am 31. Juli fĂŒr Hospitalzwecke um den Preis von 14.250 Mark ein zweistöckiges Haus ist erworben worden, welches am 1. November des Jahres seiner Bestimmung wird ĂŒbergeben werden.“ Es war damit das erste Krankenhaus in der Wesermarsch. Erst drei Jahre spĂ€ter entstand das Kreiskrankenhaus Brake, erst 1905 bekam Nordenham seine Klinik.

Das Braker Haus erhielt von Anfang an den Vornamen des Kaplan Pille: St.-„Bernhard“-Hospital. Sechs Jahre spĂ€ter verfĂŒgte das Krankenhaus ĂŒber 18 Betten.

RĂ€ume werden knapp
1901 schrieb der Nachfolger von Kaplan Bernhard Pille, Kaplan Rosenbaum: „Es war bereits seit einigen Jahren hin und wieder fast notwendig, Kranke wegen Raummangel abzuweisen, die ins St.-Bernhard-Hospital aufgenommen zu werden wĂŒnschten.“ Kurze Zeit spĂ€ter konnte ein zweistöckiges Haus erbaut werden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam der große FlĂŒchtlingsstrom auch nach Brake. Alle Krankenzimmer waren belegt, so dass 1952 ein neuer Bettentrakt fĂŒr das Hospital, das sich an der Breiten Straße befand, entstand.

1959, so Maxi Krahl, wurde die chirurgische Fachabteilung in Brake etabliert. Der erste Chefarzt dieser Abteilung war Dr. Heinrich Kruse. Nun war es möglich, die gesamte Bauchchirurgie sowie auch grĂ¶ĂŸere Eingriffe der Unfallchirurgie in Brake vorzunehmen. Die Innere Medizin und GynĂ€kologie waren weiterhin Belegabteilungen im Krankenhaus.

Anschließend wurden weitere Neu- und Umbaumaßnahmen, Sanierungen und ErgĂ€nzungen im medizinischen Bereich geschaffen. Das war erforderlich, weil durch die Erweiterung der Leistungen Krankenzimmer benötigt wurden und dringend erforderliche Behandlungszimmer zur VerfĂŒgung gestellt werden mussten.

Die 1970er Jahre waren fĂŒr das Krankenhaus ereignisreiche Jahre. Die Innere Medizin wurde zur festen Abteilung des Hospitals und die GynĂ€kologie wurde geschlossen. In der Chirurgie wurden weitere FachĂ€rzte eingestellt und die ersten HĂŒftgelenksprothesen wurden eingesetzt. Durch die zusĂ€tzliche Abteilung musste die BettenkapazitĂ€t erweitert und ein Anbau errichtet werden. Zu Beginn des nĂ€chsten Jahrzehnts wurde die interdisziplinĂ€re Intensivstation in Betrieb genommen, wodurch eine kontinuierliche Überwachung der Patienten ermöglicht wurde.

Zusammenschluss und Neubau
1984 wurde nach erfolgreichen KooperationsgesprĂ€chen der Entschluss gefasst, das Kreiskrankenhaus Brake und das Hospital zusammenzuschließen und unter der TrĂ€gerschaft des St.-Bernhard-Hospitals weiterzufĂŒhren. Zwei Jahre spĂ€ter wurde der Grundstein auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Kreiskrankenhauses fĂŒr den Neubau des Hospitals gelegt. Im Mai 1991 fand die Einweihung des neuen Krankenhauses, das seitdem seinen Sitz an der Claußenstraße hat, statt.

Im Jahr 2009/2010 wurde es um das Kompetenzzentrum Gesundheit und Familie erweitert. Da das Haus weiter wachsen soll, erwarb das Hospital im Jahr 2017 an angrenzende GelĂ€nde und GebĂ€ude der ehemaligen Außenstelle des Braker Gymnasiums an der Kirchenstraße 17.

Heute setzen sich die medizinischen Abteilungen aus Kardiologie und Angiologie, HĂ€matologie und internistische Onkologie, Gastroenterologie, AnĂ€sthesiologie und Intensivmedizin, Allgemein-, Viszeral- und GefĂ€ĂŸchirurgie sowie Unfallchirurgie und OrthopĂ€die zusammen. ZusĂ€tzlich schließt sich dem Hospital ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit fĂŒnf Praxen an. Zu dem MVZ gehören eine chirurgische, kardiologische, gastroenterologische, onkologische und eine HNO-Praxis.

Passend zum runden Geburtstag hat der Krankenhausplanungsausschuss in Hannover grĂŒnes Licht fĂŒr den Umbau und die Erweiterung des St.-Bernhard-Hospitals gegeben. 42 Millionen Euro sollen in die Erneuerung und Erweiterung fließen.


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